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Ja ich will – aber was kostet eine Hochzeit?

Um mich herum fangen langsam viele meiner Freunde an zu heiraten, ich frage mich da natürlich: Was kostet eine Hochzeit eigentlich? In meiner Funktion als Trauzeugin bin ich nun schon das zweite Mal bei der Planung hautnah dabei. Zum einen schreckt mich die ganze Planerei, Vorbereitungen, Bastelei ein bisschen ab, denn ich merke, dass so eine Hochzeit ganz schön teuer ist. Auf der anderen Seite ist es ein wunderschönes Erlebnis, ein unvergesslicher Tag – und für uns Frauen – einmal das Gefühl eine Prinzessin zu sein.

Die Hochzeitsvorbereitungen

Es gibt unglaublich viel zu planen, so dass die gesamte Hochzeitsvorbereitung für nur einen Tag ein ganzes Jahr in Anspruch nehmen kann. Die richtige Hochzeitslocation will gefunden werden, die Gästeliste erstellt, die Einladungen müssen designt und verschickt werden. Darüber hinaus, sollte zu Beginn die Entscheidung darüber getroffen werden, in welcher Form geheiratet werden möchte: Nur standesamtlich? Standesamtlich und Kirchlich? Standesamtlich und eine Freie Trauung? Auch hier…Zahlreiche Möglichkeiten, wie bei allem was mit dem Thema Heiraten zu tun hat.

Am besten ist es wirklich, sich eine genaue Checkliste über einen Zeitraum von ca. einem Jahr anzulegen, damit man nichts vergisst und alles zur richtigen Zeit erledigt. Das schont die eigenen Nerven und die der Freunde und Familie. Eine Übersicht der „to do Checklisten“ gibt es in vielfacher Ausführung im Internet. Hier sollte man sich seine individuelle Liste zusammenstellen und sich nicht von all den Möglichkeiten verrückt machen lassen.

Die allerwichtigste Frage, nachdem man die erste Freude über DIE Frage überwunden hat, ist aber leider das liebe Geld: Wie viel Budget haben wir zur Verfügung? Denn hier von hängt die Größe der Feier, die Anzahl der Gäste, die Auswahl der Location und des Essens und auch die Suche nach dem Kleid und des richtigen Flitterwochen-Ortes ab. An seinem großen Tag möchte man natürlich nur wenige Kompromisse eingehen, denn es ist nicht zu vergessen: Dieser Tag soll nur einmal im Leben genauso stattfinden, wie man es sich immer erträumt hat. Dennoch sollte man die Kosten nie ganz aus den Augen verlieren und sich, genauso wie eine genaue to-do-Liste, eine ausführliche Kostenliste erstellen, in der man ehrlich zu sich selbst sein sollte und wirklich jede Kleinigkeit einträgt. Denn es ist keine Summe die einmal vom Konto abgeht, sondern viele kleinere bis große Kostenstellen, die über den gesamten Planungszeitraum verteilt liegen können. Aber allein durch eine vernünftige Finanzplanung kann bis zu 15% gespart werden. Und das ist bei Hochzeitsbudgets schon eine ganze Menge.

Was kostet eine Hochzeit?

Die Kosten für eine Hochzeit zu beziffern, ist ungefähr genauso schwer zu beantworten, wie die Frage, was ein Auto kostet: Es hängt von zu vielen Faktoren ab, als das man eine pauschale Summe nennen könnte. Bei meinen Recherchen und Unterhaltungen mit meinen Braut-Freundinnen, sind wir oft auf die Zahl 10.000 gestoßen. Dies scheint bei vielen Menschen im Kopf als eine Summe der Hochzeitskosten herumzuschwirren. Doch ist es wirklich so? Oder ist Heiraten heutzutage sogar noch viel teurer?

Bei diesen hohen Summen kann es natürlich sein, dass das eigene Ersparte für die Traumhochzeit nicht ausreicht. Es ist heutzutage keine Seltenheit, einen Kredit für Hochzeit und Hochzeitsreise aufzunehmen. Denn keiner möchte an seinem Hochzeitstag zu sehr nur aufs Geld achten müssen, geschweige denn seinen Gästen schlechte Qualität beim Essen oder der Musik zumuten. Dennoch sollte man immer im Rahmen seiner Möglichkeiten bleiben und den Kredit auch schnellstmöglich zurückzahlen können.

Aber wie halte ich meine Kosten im Griff und weiß im Zweifel wie viel eine Hochzeit kostet? Erst einmal sollten die großen Kostenstellen kalkuliert werden:

  • Brautkleid
  • Catering
  • Location
  • Flitterwochen
  • Ringe

Zu unterscheiden sind hier vor allem die Kosten, die von der Größe der Hochzeitsgesellschaft abhängen (Location, Catering, Getränke, Hochzeitstorte), von denen die nicht abhängig sind (Kleidung, Ringe, Fotograf, Dekoration, Flitterwochen, Blumen). Durchschnittliche Kosten unterscheiden sich natürlich auch vom Ort. Heirate ich in München, ist die Hochzeit tendenziell teurer als auf dem Land in Sachsen.

Also, ran an die unromantische Hochzeitskalkulation. Dies geht am besten zusammen, denn meine Erfahrung zeigt: Frauen haben gerne bei der Planung die rosa-rote-Brille auf, und Männer sind da etwas rationaler. Gemeinsam sollte man hier auf einen Nenner kommen, damit es für beide ein unvergesslicher Tag wird. Denn schließlich ist es nicht nur die Hochzeit der Frau – auch der Mann sollte sich an der Planung beteiligen. Zunächst sollte man sich ehrlich einige Fragen beantworten und dann entscheiden, ob ein Hochzeitskredit in Frage kommt. Vielleicht können ja auch Familie und Freunde mit kleinen Beträgen schon aushelfen. Niemals sollte man sich aber bei der Vorabkalkulation auf die Geldgeschenke verlassen.

  • Wie viel Geld kann vom Ersparten für die Hochzeit verwenden werden? Wie viel Geld müsste noch aufgenommen werden, um die Wunschhochzeit ausrichten zu können?
  • Wenn Geld aufgenommen wird: Wie viel kann im Monat in Raten wieder abbezahlt werden?
  • Der Kredit sollte Sondertilgungen kostenlos bieten, damit die Geldgeschenke direkt als Raten verwendet werden können, um möglichst schnell den Kredit abzuzahlen
  • Gespräche mit der Hausbank können sinnvoll sein. Aber das Einholen und vergleichen weiterer Kredit-Angebote ist wichtig. Vergleichen sollte bei der gesamten Planung das A und O sein.

Nun aber Butter bei die Fische: Was kostet eine Hochzeit?

Das Essen

Das Essen hängt stark von der Anzahl der geladenen Personen ab. Ich gehe mal von ca. 60-80 Personen aus und einem durchschnittlichen Preis von 40 € für das Essen plus 30 € für die Getränke. Also 70 € pro Person. Bei 60 Gästen legt man hier schon 4.200€ auf den Tisch, bei 80 Gästen sind es schon satte 5.600€. Dazu kommt noch eine Hochzeitstorte die je nach Größe, Stockwerken und Extras zwischen 150-400 € kosten kann.

Die Hochzeitslocation

Die passende Location ist neben gutem Essen ein weiteres wichtiges Merkmal, was den Gästen noch lange in Erinnerung bleibt. Sie sollte also zum Paar und zur Art der Feier passen. Egal ob festlich, romantisch, rustikal oder schlicht gehalten – die Geschmäcker gehen weit auseinander. Das macht auch die Auswahl zu einem schwierigen Unterfangen. Da begehrte Hochzeitslocations schon weit im Voraus ausgebucht sind, ist es wichtig, sobald die Größe der Hochzeitsgesellschaft feststeht, die Location auszuwählen. Bei den Preisen unterscheiden viele Veranstalter nach Paschal- oder Festbeträgen. Wenn das Catering über den Veranstalter mit gebucht wird, wird die Saalmiete meistens direkt in einem Pauschalangebot über das Essen mit verrechnet. Es kann aber auch sein, dass die Miete für den Abend von 500 € bis zu 2.000 € reichen kann.

Der Preis ist aber komplett abhängig von Größe, Kulisse, Umgebung, Ort und Beliebtheit bei den Hochzeitspaaren. Daher können wir hier nur schwer einen Betrag angeben.

Bei einer guten Party darf der DJ natürlich nicht fehlen. Hier ist die Preisspanne ebenfalls groß. Zwischen 300- 750€ kostet ein guter DJ. Hier ist es ratsam bereits verheiratete Freunde einmal anzusprechen, ob sie einen DJ empfehlen können. Eine gute Band gibt es ab 1.000€. Ein zu günstiger Preis sollte eher abschrecken – denn keiner möchte den Keyboardspielenden Alleinunterhalter bei seiner Hochzeit haben. Meistens bringt der DJ auch das Licht mit. Wenn er die Location nicht kennt ist es sinnvoll, diese vorher einmal mit ihm zu besuchen und alles Wichtige abzustimmen. Viele Veranstalter haben aber auch ein Portfolio an guten Musikern, die sie weiter empfehlen können.

Zum Eröffnungstanz darf ein schöner Walzer nicht fehlen. Man möchte sich ja vor Familie und Freunden nicht blamieren. Für wen Youtube-Tutorials nichts sind, der sollte sich an eine gute Tanzschule wenden. Hier werden spezielle Hochzeits-Tanzkurse angeboten, die meistens zwischen 100- 200€ liegen. Es empfiehlt sich, den Kurs 1-2 Monate vor der Hochzeit erst durchzuführen, damit die Schritte nicht direkt wieder vergessen sind.

Was kostet eine Hochzeit?

Bildquelle: Shutterstock, Glückliches Ehepaar nach der Trauung.

 Das Hochzeitsoutfit

Das Brautkleid – der Traum einer jeden Frau. Bevor man einen Brautladen betritt, hat man eine genaue Vorstellung, wie sein Wunschkleid aussehen soll. Ist man einmal im „Paradies der unbegrenzten Möglichkeiten“ weiß man vor lauter weiß nicht mehr, was man eigentlich möchte. So kann es schon mal vorkommen, dass man wochenlang verschiedenste Kleider anprobiert, im Internet stöbert, um dann sein Traumkleid zu finden. Der Gänsehaut-Moment und die ersten Tränchen verraten einem, wenn es das Richtige ist.

Die meisten guten Brautkleider liegen preislich zwischen 600-1.400€. Natürlich sind hier nach oben keine Grenzen gesetzt. Aber in dem Preisrahmen, bewegen sich die meisten Bräute und man erhält sehr gute Qualität. Zusätzlich muss dann natürlich noch Brautschuhe, Accessoires wie Blumen im Haar, Schmuck, Make-up und Friseur einkalkuliert werden. Bei Brautschuhen gibt es inzwischen weit mehr Auswahl, als nur die Brautgeschäfte, die oftmals sehr teuer und nicht besonders schön erscheinen. Hier lohnt sich ein Gang durch die Schuhgeschäfte oder ein Blick auf Zalando, um einen schönen „Schnapper“ zu ergattern. Die Auswahl des Schmucks kommt auf die Auswahl des Kleids an. Hat das Kleid schon viele Steinchen und ist sehr extravagant, ist in den meisten Fällen gar nicht mehr viel Schmuck nötig. Zudem kommt hier oft die Tradition zum Vorschein, dass die Braut etwas Gebrauchtes, Altes, Geliehenes, Neues und Blaues benötigt. Bei der besten Freundin oder der Mama im Schmuckkästchen wird sich bestimmt etwas Schönes und Passendes finden. Make-up und Friseur wird hingegen wieder eine Herausforderung. Am besten ist es, jemanden zu haben, der beides machen kann und im besten Fall nach Hause zur Braut kommt, oder den eigenen Laden nicht weit weg hat. Hier lohnt es sich, sich im Freundes- und Bekanntenkreis einmal umzuhören, ob jemand einen guten Friseur kennt, der einem einen guten Preis anbieten kann. Durchschnittlich muss eine Braut für Haare und Make-up mit 150€ rechnen.

Beim Bräutigam sieht es da in der Regel, zumindest was die Auswahl betrifft, etwas einfacher aus. Ein guter Hochzeitsanzug mit passenden Schuhen ist zwischen 400- 1.000€ zu finden.

Der Blumenschmuck

Zu einer wunderschönen Hochzeit, gehören natürlich auch die passenden Blumengestecke. Blumenschmuck wird in der Regel im Brautstrauß, Herrenanstecker, Tischschmuck, Kirchen- und Autodekoration verwendet. Je nach Größe und Blumen können bis zu 500 € kalkuliert werden.

Die Einladungen

Inspiration für Einladungen findet man auf diversen Seiten im Internet. Auf vielen Plattformen kann man sich auch seine individuelle Karte zusammenstellen, Papierauswahl treffen, Umschläge auswählen. Gleichzeitig legt das Design der Einladung die Gestaltung des Kirchenhefts, der Menükarten, Tischkarten, Gästebuch und Danksagungskarten fest. Auch hier ist es aber sehr hilfreich, mal im Freundeskreis zu fragen, ob ein Grafiker dabei ist, der eine ganz individuelle Karte gestalten kann. Dies ist meistens günstiger, da dann auch der Druck und die Papierauswahl unabhängig entschieden werden können. Für die gesamte Gestaltung kann mit bis zu 600 € gerechnet werden.

Der Fotograf

Der schönste Tag im Leben sollte einem in perfekter Erinnerung bleiben. Damit Erinnerungen nicht verblassen, sorgt ein Fotograf dafür, die Atmosphäre und die Stimmung der Gäste in tollen Bildern einzufangen. Das hat leider seinen Preis. Hier lohnt sich ein Vergleich, eine Empfehlung und ein genaues Briefing, damit auch wirklich die Fotos entstehen, die vom Paar gewünscht sind. Zwischen 400 € bis ca. 1.500 € kostet ein guter Profi-Fotograf für einen Tag inklusive der Bereitstellung und Bearbeitung einzelner Bilder.

Die Eheringe

Die Eheringe sollen einem Ehepaar im besten Falle ihr ganzes Leben gefallen, passen und begleiten. Die Qualität sollte also entsprechend gut sein, das Design eher schlicht gehalten, damit er überall zu passt. Wie auch bei dem Brautkleid, sind den Preisen und den Designs bei den Ringen keine Grenzen gesetzt. So sind die durchschnittlichen Preise zwischen 500 – 3.000 € anzusetzen, je nach Gestaltung und Material.

Die Trauung

Wer nur standesamtlich heiraten möchte, in einem normalen städtischen Standesamt, benötigt für die Unterlagen und Formalitäten ca. 100 – 300 €- Dies ist abhängig von der Stadt und dem Ort (Standesamt oder Außenstelle) und dem Tag der Trauung. Meistens kann ein Sektempfang hinterher selbst organisiert werden. Ist die Trauung bereits an der Feierlocation, wird der Preis in der Bewirtungspauschale enthalten sein.

Den Abschnitt der Flitterwochen erspare ich mir nun, denn hier spalten sich die Geschmäcker zu sehr. Der eine bleibt lieber zu Hause, der andere möchte einfach nur Sonne und Meer, der Dritte zieht eine Safari vor. Einziger Tipp: Was gibt das Budget her? Wie besonders soll der Urlaub sein? In welches Land möchte ich? Vielleicht ist dort auch eine andere Reisezeit sinnvoller, als direkt nach der Hochzeit, so dass darauf noch ein bisschen gespart werden kann.

Was kostet eine Hochzeit denn nun?

In der Übersicht sind nun ganz schöne viele Punkte aufgetaucht, die es zu beachten gilt. Natürlich ist dies kein genauer Ratgeber, sondern nur eine Orientierungshilfe, was bei der Organisation alles auf einen zu kommt – vor allem finanziell. Hier möchten wir eine Sensibilität schaffen, was das eigene Budget hergibt und wo Unterstützung von Nöten ist.

Denn wenn man jetzt in dieser Übersicht, und das sind wirklich nur die gängigsten Kosten, ohne irgendwelche Specials, liegen die Kosten bei einer mit 60 Personen gerechneten Gesellschaft bereits bei ca. 10.800 €. Ein stolzer Preis, für einen Tag…Aber es ist schön, dass diese Tradition weiter aufrecht erhalten wird und immer mehr Paare heiraten.

Halten Sie bei der Planung das Budget immer im Hinterkopf, führen Sie genau Buch über die Ausgaben und sprechen Sie im Zweifel rechtzeitig mit Ihrem Bankberater über einen Kredit für die Hochzeit, damit Sie keinen teuren Dispokredit in Anspruch nehmen müssen und die Hochzeit dadurch unnötig teuer werden lassen.

 

Weitere Informationen zur Auswahl der Location, des passenden Brautkleides, Spielen oder Dekoideen finden Sie unter anderem in folgenden Blogs: http://www.lieschen-heiratet.de/ oder http://www.deinhochzeitsblog.com/

 

 

 

 

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