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Studium durch BAföG finanzieren

Studienfinanzierung: Das neue BAföG ab August 2016

Jeder vierte Student in Deutschland finanziert sein Studium durch BAföG. Denn ein Studium kann ganz schön teuer werden: Wohnung, Essen und Studienmaterial müssen bezahlt werden. Wir erklären, was hinter der Abkürzung steht und was sich dieses Jahr bei der Förderung ändert.

Was ist das BAföG?

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, regelt die staatliche Unterstützung für Schüler, Auszubildende und Studenten. Während ihrer Ausbildung oder des Studiums können junge Menschen eine finanzielle Förderung beantragen, die monatlich ausgezahlt wird.

Wer bekommt BAföG?

Zunächst kann jeder deutsche Staatsbürger einen Antrag auf BAföG stellen und sein Studium durch BAföG finanzieren. Unter bestimmten Bedingungen sind auch Ausländer, die in Deutschland eine Ausbildung aufnehmen, förderungsberechtigt. Darüber hinaus gelten Altersgrenzen. Diese liegen bei 30 Jahren zu Beginn der Ausbildung, bzw. 35 Jahren bei Aufnahme eines Master-Studiums.

Wie hoch ist das BAföG?

Ab August 2016 gilt das 25. BAföG-Änderungsgesetz: Darin wird die Maximalförderung auf 735€ angehoben. Diese Summe setzt sich aus 399€ für den Grundbedarf, 250€ für die Unterkunft, 71€ für die Krankenversicherung und 15€ für die Pflegeversicherung zusammen. Diese Höchstsätze gelten für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen und darauf angewiesen sind, ihr Studium durch BAföG finanzieren zu können.

 

Höhe des durchschnittlichen BAföG Betrags pro Student bis 2014

Höhe des durchschnittlichen BAföG Betrags pro Student bis 2014

Wie werden die Förderungen festgelegt?

Nicht jeder Auszubildende oder Student erhält uneingeschränkt und in voller Höhe BAföG. Von den Eltern werden Einkommen und vom Antragsteller Vermögen und Einkommen zur Berechnung der Fördersummen herangezogen. Dabei gelten, nach Abzug von real gezahlten Steuern und einem pauschalen Prozentsatz für Sozialabgaben, unterschiedliche monatliche Freibeträge.

Ein Beispiel: Ein Student wohnt nicht bei seinen Eltern und ist selbst krankenversichert. Sein Vermögen übersteigt nicht die Grenze von 7.200 Euro und er verdient maximal 450 Euro im Monat durch einen Nebenjob dazu. Er hat keine Geschwister und seine Eltern verdienen gemeinsam 45.000 Euro brutto im Jahr. Nach allen Abzügen und Freibeträgen bleiben zirka 345 Euro anrechenbares Einkommen der Eltern, die vom Gesamtbedarf (735 Euro) abgezogen werden. Der Student hat so einen BAföG-Anspruch von 390 Euro im Monat.

Mit dem BAföG-Rechner von Studis-Online.de können Sie eigene Beispielrechnungen durchführen: https://www.bafoeg-rechner.de

Wie lange wird BAföG gezahlt?

Es wird maximal die Regelstudienzeit von sechs Semestern Bachelor- und vier Semestern Master-Studium gefördert. Die Förderung gilt immer für ein Jahr. Anschließend muss ein neuer Antrag gestellt werden.

Muss das BAföG zurückgezahlt werden?

Ja, jedoch nur die Hälfte der gesamten Fördersumme und insgesamt maximal 10.000 Euro. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderung und kann bei geringem Einkommen ausgesetzt werden. Auf die Fördersumme fallen keine Zinsen an.

Mehr Informationen zum BAföG unter bafög.de.

Wer keine Möglichkeit hat BAföG vom Staat zu erhalten, kann auf einen günstigen KFW Kredit zurückgreifen. Dieser Kredit ist Einkommens- und vermögensunabhängig und es werden keine Sicherheiten benötigt. Die Studenten erhalten monatlich eine Summe von bis zu 650 Euro pro Monat und das 10 Semester lang. Ähnlich dem BAföG bietet auch der KFW Kredit eine besondere Flexibilität bei der Rückzahlung – denn diese ist bis zu 25 Jahre möglich.

 

Hinweis:

Der monatliche Auszahlungsbetrag liegt dabei zwischen 100 und 650 Euro. Welchen Betrag Sie genau benötigen, um während des Studiums finanziell abgesichert zu sein, bestimmen Sie selbst. Sie erhalten diesen Betrag dann bis zu 10 Semestern lang jeden Monat.

Die spätere Tilgung ist beispiellos flexibel. Der Rückzahlungsbeginn startet erst 6 bis 23 Monate nach Auszahlungsende. In gleich hohen monatlichen Raten zahlen Sie das Darlehen dann zu einem günstigen Zinssatz zurück. Je nach persönlicher Einkommenssituation ist eine Verteilung der Rückzahlungsraten auf bis zu 25 Jahre möglich. Außerplanmäßige Tilgungsraten sind dabei selbstverständlich kostenfrei.

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