Wirtschaft & Sparen

Sparen ist eine Lebenseinstellung

Eine Reise nach Australien, ein neues schickes Auto und später ein eigenes Haus mit einem großen Garten. Jeder Mensch hat seine eigenen, individuellen Träume und Ziele in seinem Leben. Doch wie kann man sich das später alles leisten?

Mein Name ist Charleen und ich mache zurzeit eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der PSD Bank Köln. Wenn man bei einer Bank arbeitet, setzt man sich wahrscheinlich intensiver mit dem Thema “Sparen“ auseinander. Denn vor meiner Zeit bei der Bank hatte ich recht wenig Ahnung, wie wichtig dieses Thema ist und das Sparen nicht immer gleich Sparen ist.

Was bedeutet Sparen?

Beim Sparen redet man davon, einen gewissen Teil seines Geldes, den man zu dem Zeitpunkt nicht zwingend benötigt, auf die Seite zu legen und in der Zukunft zu verwenden. Es gibt mehrere Gründe sein Geld beiseite zu legen: Die meisten Menschen legen ihr Geld zurück, um eine Reserve für unerwartete Ereignisse zu haben. Denn man weiß nie, was in der Zukunft alles passieren kann. Oft gehen zum Beispiel unverzichtbare Gegenstände kaputt und dann ist es schlecht keinen Notgroschen zu haben. Häufig wird für einen bestimmen Zweck gespart, denn viele Anschaffungen, wie zum Bespiel der Kauf eines neuen Autos stehen alle paar Jahre mal an. Besonders wichtig ist das Zurücklegen von Geld für die (Alters-)Vorsorge, um eine langfristige Sicherheit zu haben.

Wie man sieht, ist das Thema Sparen nicht zu unterschätzen und sollte jedem Menschen nahe gelegt werden. Aus diesem Grund bekam das Sparen 1925 einen eigenen Tag im Jahr, welcher offiziell anerkannt ist. Der “Weltspartag“ wird jedes Jahr in der letzten Oktoberwoche international gefeiert und findet dieses Jahr am 28.10.2016 statt.

An diesem Tag geht es darum, den Gedanken des Sparens zu fördern. Die Menschen sollen zu diesem Thema informiert werden, um die Bedeutung des Sparens zu erkennen. Heutzutage werden vor allem die Kinder und Jungendlichen angesprochen. Sie sollen motiviert werden, einen Teil ihres Geldes auf die Seite zu legen. Denn je früher man damit anfängt, desto größer ist am Ende die angesparte Summe.

Warum gerät das Sparen aus der Mode?

Wenn man an Sparen denkt, denkt man oft vor allem an Verzichten. Verzichten klingt nach wenig Spaß und gerade bei jungen Leuten steht der Spaß an einer der ersten Stellen. Das Sparen fällt einem schwer, weil es als Schüler oder Student zum Beispiel oft auf jeden Euro in der Tasche ankommt. Und auch in der Ausbildung ist man froh, endlich Geld zu verdienen und kauft sich lieber ein neues Handy oder fährt in den Urlaub. Hierfür bin ich ehrlich gesagt ein gutes Beispiel…

Sparen wirkt also unattraktiv, weil man finanziell eingeschränkt wird und sich nicht mehr richtig “frei“ fühlen kann. Trotzdem findet ein Großteil der Menschen es sehr wichtig, einen Teil seines Geldes regelmäßig zurückzulegen. Der Anreiz zum Sparen ist allerdings sehr gering, da das Geld in Deutschland aufgrund von Inflation und Tiefzinsphase langsam an Wert verliert und man somit eher zum Geld ausgeben tendiert.

Ich als angehende Bankkauffrau werde natürlich sehr mit dem Thema Tiefzinsphase konfrontiert, denn vor allem die Banken haben es im Moment nicht leicht, das Thema Sparen mit attraktiven Geldanlagen zu bewerben. Grund der Niedrigzinsphase ist die Rettungspolitik der europäischen Zentralbank. Es sollen wenig Zinsen gezahlt werden, um die hohen Staatsschulden auszugleichen. Gleichzeitig werden Investitionen günstiger und die Wirtschaft wird gefördert. Nur der Anleger kann sich nicht freuen, denn sein Geld wird auf den Einlagen so niedrig verzinst wie noch nie. Da macht es doch mehr Spaß das Geld auszugeben und sich ein schönes Leben zu machen. Wenn aber dann unerwartet der Computer und der Kühlschrank gleichzeitig kaputt gehen, kann es schnell knapp werden mit dem Geld.

Wie kann man eine finanzielle Notsituation vermeiden?

Indem man spart! Und zwar sobald man die Möglichkeit hat und der ein oder andere Euro übrig bleibt. Es müssen nicht immer 100 Euro oder mehr sein. Wenn Weihnachten vor der Tür steht kann ich zum Beispiel auch nicht viel sparen weil ich von Geschäft zu Geschäft hetzen muss, um Geschenke zu besorgen (s. Artikel “antizyklisch Einkaufen“). Aber das kann man dann ausgleichen in Monaten, in denen mal keine größeren Anschaffungen anstehen. Außerdem hält die Freude beim Kauf von schönen Dingen meistens nicht lange an. Oft werden Sachen gekauft, die man in dem Moment unbedingt haben möchte, danach allerdings kaum bis gar nicht benutzt und dann nach ein paar Monaten wegschmeißt oder verschenkt. Deshalb frage ich mich oft, vor allem vor dem Kauf von Klamotten, ob ich diese unbedingt brauche und wie oft ich diese wahrscheinlich anziehen werde. Denn es sollte vor dem Kauf immer an die Notwendigkeit und den praktischen Nutzen des begehrten Objektes gedacht werden. Genauso wie man niemals hungrig einkaufen gehen sollte.

Also, warum ist sparen sinnvoll? Nicht nur als Vorsorge, um finanzielle Notsituationen zu vermeiden, sondern auch, um sich seine Wünsche erfüllen zu können. Denk einfach mal drüber nach, wie du dir deine Zukunft vorstellst. Ich zum Beispiel habe vor, in meiner Zukunft eine längere Reise nach Amerika zu machen. Und das ist meine Motivation zu sparen. Wenn du dir das nächste Mal überlegst, einen teuren Kaffee bei Starbucks zu holen, einfach weil du in dem Moment Lust darauf hast, überlege wie lange du zum Beispiel dafür arbeiten musstet und ob es das wert ist. Und viel wichtiger: was du dir für größere Anschaffungen machen kannst, die zwar teurer sind, von denen du allerdings auch langfristig was hast.

Weitere Tipps zum Sparen für den Alltag:

  • Alltägliche Sachen wie Lebensmittel auch mal im Angebot kaufen. So gibst du anderen Marken auch mal eine Chance und entdeckst vielleicht sogar einen neuen Lieblingsjoghurt.
  • Nutze bei Möglichkeit öffentliche Verkehrsmittel anstatt mit dem Auto zu fahren. Denn Sprit kostet langfristig mehr als ein Dauer-Bahnticket. In vielen Fällen stellt mittlerweile dein Arbeitgeber oder deine Uni ein solches Ticket.
  • Leih dir Sachen von deinen Mitmenschen, wenn du diese nicht über einen längeren Zeitraum benötigst. Bei Filmen geht das zum Beispiel sehr gut. Anstatt unnötig viel Geld für einen Kinobesuch mit Popcorn und Cola zu bezahlen, fahre in die nächste Videothek und kauf dir dein Naschzeug im Supermarkt.
  • Schnapp dir deine Freunde und verkauft euren überflüssigen Schnick-Schnack auf einem Flohmarkt. So habt ihr wieder mehr Platz zuhause und verdient euch ein nettes Taschengeld. Vielleicht findet ihr auch selber das ein oder andere Schnäppchen für euch.

Denn sparen heißt auch bewusster Leben. Verschaff dir deine eigene Unabhängigkeit für die Zukunft. Die Freiheit, die dir in dem Moment genommen wird, ist nicht weg, sondern wird nur verschoben. Nur das sie in Zukunft mehr wert sein könnte beim Erfüllen deiner persönlichen Träume. Sparen ist also eine Lebenseinstellung, die langfristig glücklicher macht.

 Aber was gibt es für Möglichkeiten zu sparen?

Neben dem Sparschwein, was wahrscheinlich jeder Mensch in irgendeiner Weise besitzt und dem klassischen Sparbuch bei der Bank, worüber man jederzeit flexibel verfügen kann, gibt es noch andere, nicht so bekannte Alternativen. Vor meiner Ausbildung kannte ich nur diese beiden Möglichkeiten und habe Begriffe wie „Bausparen“ oder “Fonds“ noch nie gehört. Doch genau diese Alternativen haben attraktive Vorteile: Beim Bausparvertrag ist die Verzinsung meist besser als auf einem Sparbuch und man sichert sich einen günstigen Darlehenszinssatz für die Zukunft. Ein Investmentfonds kann man sich wie einen Topf vorstellen, in dem verschiedene Werte in Form von Aktien oder Anleihen bestimmter Unternehmen zusammen liegen und in dem man als Anleger sein Geld investieren kann. Somit hat man die Chance von Kursgewinnen zu profitieren, Verlustrisiken können allerdings nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Eine weitere, wichtige Möglichkeit ist das Sparen für die Altersvorsorge. Hierbei bietet sich vor allem die Riester Rente an, durch die man sich staatliche Zuschüsse sichern kann. Es handelt sich um eine jährliche Grundzulage vom Staat, welche bei Einhalten der Vertragsbedingungen nicht zurückgezahlt werden muss und somit geschenkt ist. Neben dieser Zulage bekommen Jugendliche unter 25 Jahren zusätzlich einen einmaligen Bonus von 200 Euro, somit lohnt es sich umso mehr früh fürs Alter vorzusorgen. Weitere Infos zu der Riester Rente findest du hier: http://www.geldsparen.de/vorsorge/familie-versichern/riestern.php

Zu berücksichtigen ist, dass die genannten Alternativen eher zum langfristigen Sparen gemacht sind. Wie man sparen möchte, kann sich natürlich jeder selber aussuchen.

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