Bauen & Wohnen

Kaufen oder Mieten?

Immer mehr Menschen in Deutschland stellen sich die gleiche Frage: Was ist sinnvoller? Kaufen oder mieten? Die Antwort auf diese Frage gibt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die gemeinsam mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall entstanden ist. Das Ergebnis dieser Studie: Egal ob auf dem Land oder in der Stadt – ein Immobilienkauf lohnt sich mehr als das Mieten einer Wohnung. Der Kostenvorteil liegt im Schnitt bei mehr als 30 Prozent.

Wohneigentum als Vorsorge

Wohneigentum wird häufig als Anlagealternative oder Altersvorsorge gesehen. Vor allem in Zeiten des niedrigen Zinssatzes, lohnt sich die Investition. Das bestätigt auch die Studie, die die Miet- mit den sogenannten Selbst-nutzerkosten pro Quadratmeter im 3. Quartal 2015 vergleicht. Die Selbstnutzerkosten setzen sich aus dem durchschnittlichen Kaufpreis einer Immobilie inkl. Grunderwerbssteuer, den Zinskosten für das benötigte Fremdkapital, den entgangenen Zinsen für das eingesetzte Eigenkapital, den Instandsetzungskosten und dem Substanzverlust der Immobilie als Anteil des Kaufpreises sowie dem Wertzuwachs des Objekts, zusammen.
Für angehende Eigentümer belaufen sich die Kosten, bei oben genannten Kriterien, pro Quadratmeter im Bundesdurchschnitt auf 4,60 Euro. Die Mietkosten hingegen liegen bei 6,80 Euro. Dies zeigt deutlich, dass Mieter derzeit rund ein Drittel mehr fürs Wohnen zahlen als Immobilienkäufer. Bereits seit 2011 steigert sich der Kostenvorteil für Eigentümer stetig. Dabei kompensieren die niedrigen Zinsen selbst die steigenden Kaufpreise für Immobilien.

Dennoch gibt es regionale Unterschiede beim Vergleich von Miet- und Selbstnutzerkosten: Gerade in den neuen Bundesländern liegt der Vorteil von Wohneigentum gegenüber Miete oft bei 50 Prozent. Den höchsten Unterschied erreicht der Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt mit einem Kostenvorteil von 58,5 Prozent. Im bayerischen Landkreis Miesbach liegen Selbstnutzer- und Mietkosten am nächsten beieinander: Hier beträgt der Abstand 6,8 Prozent.

Aber was passiert, wenn die Zinsen steigen?

Laut der Studie, lohnt sich selbst bei einem plötzlichen Zinsanstieg der Immobilienkauf weiter. Preiskorrekturen am Markt sind nämlich nur dann zu erwarten, wenn die Selbstnutzerkosten die Mieten übersteigen. Das heißt genau: Wenn die Marktzinsen den neutralen Zins übersteigen, könnte es zu Preiskorrekturen kommen. Derzeit ist dies aber nicht erkennbar. Bei der Mehrheit der untersuchten Landkreise liegt der neutrale Zins deutlich über drei oder, wie bei fast der Hälfte der Kreise, bei über vier Prozent. Wohneigentum bleibt also bis zu einem Darlehenszins von vier Prozent gegenüber Mieten vorteilhaft.

Wie lange hält der Trend zum Wohneigentum an?

Seit einigen Jahren steigt der Anteil der Baufinanzierungen deutlich an. Der Anteil der Haushalte mit selbstgenutztem Wohneigentum ist im Vergleich zu anderen Industriestaaten in Deutschland historisch bedingt gering und liegt derzeit bei 46 Prozent und könnte bis 2020 erstmals über die Marke von 50 Prozent steigen.

Die IW-Studie zeigt: Kaufen ist nicht nur subjektiv die bessere Alternative zum Mieten, sondern bietet auch objektiv klare Kostenvorteile.

 

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