Wirtschaft & Sparen

Basisrisiken bei der Vermögensanlage

Es gibt nicht nur individuelle Risiken, die Ihnen als Anleger bekannt sein sollten und über die Sie sich vorab im Klaren sein sollten. Auch der Markt bietet immer wieder allgemeine Risiken, die auf alle Anlageformen zutreffen können. Bei Risiken in der Marktwirtschaft kann es immer wieder dazu kommen, dass sich diese kumulieren und somit gegenseitig verstärken.

Konjunkturrisiko

„Unter Konjunkturrisiko wird die Gefahr von Kursverlusten verstanden, die dadurch entstehen, dass der Anleger die Konjunkturentwicklung nicht oder nicht zutreffend bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigt und dadurch zum falschen Zeitpunkt eine Wertpapieranlage tätigt oder Wertpapiere in einer ungünstigen Konjunkturphase hält.“ (Quelle: DG Verlag „Basisinformationen über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“)

Der typische Konjunkturzyklus besteht in der Regel aus vier Phasen. Der gesamte Zyklus ist daher wellenartig und dauert zwischen drei und acht Jahren, wobei die Länge der einzelnen Phasen nicht vorab festgelegt werden kann. Die Auswirkungen auf die verschiedenen Wirtschaftsbereiche sind unterschiedlich, da sich die Länder in unterschiedliche Phasen befinden können. Die vier Phasen sind:

    • Ende der Rezension / Depression
    • Aufschwung, Erholung
    • Konjunkturboom, oberer Wendepunkt
    • Abschwung, Rezession

Auswirkung auf die Kursentwicklung Ihrer Anlagen:

Natürlich haben die Ausprägungen der Wirtschaftszweige einer Nation auch Auswirkung auf die Kursausprägung. Die Kurse schwanken in etwa (meist mit einem zeitlichen Vorlauf) im Rhythmus der konjunkturellen Auf- und Abschwungphase der Wirtschaft. Das bedeutet: In jeder Anlageentscheidung spielt das genaue Timing eine sehr wichtige Rolle: Denn nicht jede Anlage ist in jeder Konjunkturphase gleich viel Wert. Halten Sie die gesamte wirtschaftliche Situation eines Landes im Auge. Schauen Sie genau auf wirtschaftliche und politische Maßnahmen, die evtl. Auswirkungen auf Ihre Anlage haben könnten.

Inflationsrisiko

„Das Inflationsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der Anleger infolge einer Geldentwertung einen Vermögensschaden erleidet. Dem Risiko unterliegt zum einen der Realwert des vorhandenen Vermögens, zum anderen der reale Ertrag, der mit dem Vermögen erwirtschaftet werden soll.“ (Quelle: DG Verlag „Basisinformationen über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“)

Als Anleger sollten Sie immer auf die Realverzinsung achten. Dies ist bei festverzinslichen Wertpapieren die Differenz zwischen der Rendite und der Inflationsrate. Bei einer steigenden Inflationsrate sinkt die Kaufkraft, da das Geld immer weiter an Wert verliert. Dies ist auch in Deutschland schon einmal vorgekommen, so hatte eine Mark zu Zeiten der Hyperinflation im Jahre 1923 einen Wert von 4.2 Mrd. $. Aktien als sogenannte Sachwerte bieten Ihnen als Anleger aber einen gewissen Schutz gegen die Geldentwertung. Warum? Der Käufer sucht meistens nicht den Substanzwert, sondern den Ertragswert der Aktie. Je nach Höhe der Inflationsrate und dem realisierten Ertrag in Form von Dividendeneinnahmen und Kursgewinnen kann sich eine negative oder eine positive Realverzinsung ergeben.

Länder- und Transferrisiken

„Vom Länderrisiko spricht man, wenn ein ausländischer Schuldner trotz eigener Zahlungsfähigkeit aufgrund fehlender Transferfähigkeiten und -bereitschaft seines Sitzlandes seine Zins- und Tilgungsleistungen nicht fristgerecht oder überhaupt nicht leisten kann.“

Anleger sind nicht nur auf Anlagen im eigenen Land beschränkt, sondern können natürlich auch über die Landesgrenzen hinaus investieren. Dabei ist allerdings ganz besonders auf die politische und soziale Lage des Landes zu achten.

Auch die Währung kann hier ein besonderes Risiko darstellen. Bei Wertpapieren in Fremdwährung kann es dazu kommen, dass Sie Ausschüttungen in einer Währung erhalten, die aufgrund eingetretener Devisenbeschränkungen nicht mehr konvertierbar ist.

Liquiditätsrisiko

„Die Liquidität einer Kapitalanlage beschreibt die Möglichkeit für den Anleger, seine Vermögenswerte jederzeit zu marktgerechten Preisen zu verkaufen. Dies ist üblicherweise dann der Fall, wenn ein Anleger seine Wertpapiere verkaufen kann, ohne dass schon ein (gemessen am Marktüblichen Umsatzvolumen) durchschnittlich großer Verkaufsauftrag zu spürbaren Kursschwankungen führt und nur auf deutlich niedrigeren Kursniveau abgewickelt werden kann.“ (Quelle: DG Verlag „Basisinformationen über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“)

Psychologisches Marktrisiko

Auch an der Börse läuft nicht alles nach harten Fakten. Die allgemeinen Kursentwicklungen werden sehr stark durch Meinungen, Gerüchte und Stimmungen auf dem Markt geprägt. So können diese zu einem starken Wertrückgang der Anlagen führen, obwohl das Unternehmen, dessen Aktien Sie besitzen, keine Änderungen in der Ertragslage oder den gesicherten Zukunftsaussichten zu verzeichnen hat.

Steuerliche Risiken

Denken Sie bei jeder Rendite daran, dass Kapitalerträge steuerpflichtig sind. Informieren Sie sich rechtzeitig darüber, wie die Besteuerung Ihrer Anlage aussieht. Beachten Sie, dass für Sie nur der Nettobetrag von Interesse ist, das heißt der Betrag nach Abzug aller Steuern und Kosten (z.B. bei Kreditfinanzierten Wertpapierkäufen)

Weitere Risiken, die kein finanzielles Risiko haben, aber dennoch von Bedeutung für Ihre Anlage sein können:

  • Informationsrisiko: Wägen Sie alle Informationen die Sie bekommen genau ab und treffen Sie keine voreiligen Entscheidungen oder Interpretationen. Dazu können auch verspätete Informationen der Bank über Kursschwankungen oder anderen Eventualitäten am Markt gehören.
  • Übermittlungsrisiko: Jeder Auftrag für eine neue Anlage, der über die Bank getätigt wird, muss gewissen Anforderungen entsprechen und Angaben enthalten. Dazu zählen z.B. die Anweisung über Kauf oder Verkauf, die Stückzahl oder der Nominalbetrag und die genaue Bezeichnung des Wertpapiers.
  • Auskunftsersuchen ausländischer Aktiengesellschaft: Die Papiere unterliegen der Rechtsordnung des Landes, in dem der Erwerb, die Veräußerung oder die Verwahrung stattfindet.
  • Verwahrung der Wertpapiere: Bei der Eigenverfahrung können im Falle des Verlusts erhebliche Schwierigkeiten (Finanziell als auch zeitlich) auf Sie zukommen. Zudem können bei der Eigenverfahrung wichtige Termine übersehen werden und damit ein finanzielles Risiko entstehen. Bei der Verwahrung im Ausland ist zu beachten, dass es zu höheren Kosten und längeren Lieferfristen kommen kann. Sinnvoll ist die Verwahrung der Papiere in dem Land, in dem sie angeschafft wurden.

 

Dies sind nur einige Risiken, die Sie beachten sollten, wenn Sie in Einzelwerte oder Fonds investieren. Aber wenn Sie diese im Hinterkopf behalten und sich ausreichend und dauerhaft über die Märkte, in denen Sie investieren, informieren, ist das Risiko welches Sie eingehen, kalkulierbar.

Das könnte Sie auch interessieren