Bauen & Wohnen

Barrierefrei im Alter – was kann ich alles umbauen?

Die barrierefreie Wohnung – das klingt zunächst funktional und steril. Doch wer seine Immobilie vorausschauend plant oder durch clevere Modernisierungen fit für die Zukunft macht, steigert gleichzeitig den Komfort und die Chance, möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Es gibt verschiedene Aspekte, die man dabei beachten sollte – ob nun in seiner eigenen Wohnung, oder auch in der Wohnung der Eltern, die noch nicht in ein Seniorenheim möchten. Verschiedene Tipps können dabei helfen, dass sie lange darin wohnen können.

Was muss ich dabei beachten?

  1. Planungsgrundlagen und Vorschriften: „Seniorenwohnung“ oder „altengerecht“ ist nur das, was sich der Anbieter darunter vorstellt. Eine barrierefreie Wohnung ist es nur dann, wenn konkrete Leistungen mit der DIN 18040-2 übereinstimmen. Unterschieden werden die Leistungen bereits zwischen Sanitätsräumen, Treppen, Platzaufwand oder Art der Behinderungen.

 

  1. Schwellenabbau und rutschfester Boden: Türschwellen und Teppichkanten können nicht nur im Alter zur Stolperfalle werden und sollten deshalb zurückgebaut werden. Eine rutschfestere Alternative zu Fliesen und Parkett können Bodenbeläge aus Kork und Linoleum sein. Lose Teppiche sollten unbedingt sicher fixiert werden, so dass keine weitere Unfallgefahr besteht.

 

  1. Türen und Durchgänge: Ihre Verbreiterung kann tief greifende bauliche Veränderungen notwendig machen, daher alle Türen am besten von vornherein mit 90 cm lichtem Durchgang planen. Ein breiter Durchgang ermöglicht auch das Fahren eines Rollstuhls innerhalb der barrierefreien Wohnung, ohne das die Person in ihrer Bewegung eingeschränkt ist, oder einzelne Räume nicht mehr erreichen kann. Idealerweise lassen sich Türen stets nach außen öffnen – das erleichtert zum Beispiel das Aufrichten von gestürzten Personen im Notfall.

 

  1. Handläufe und Haltegriffe: Jede einzelne Stufe wird bei schwindender Mobilität zum Hindernis: Handläufe und Haltegriffe helfen, sich sicher und selbstständig zu bewegen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die auch optisch einiges hermachen- barrierefrei kann auch modern sein.

 

  1. Elektrik und Licht: Tiefliegende Steckdosen nach Möglichkeit höher verlegen, so müssen Sie sich im Alter nicht mehr so viel bücken, wenn Sie eine Steckdose benötigen – und sind nicht in Ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt. Vernünftige Kabelkanäle verhindern Stolperfallen von losen, oft zu langen Kabeln. Dies ist schnell und einfach selbst verlegt, ohne dass ein Fachmann ans Werk muss, die Hilfe ist allerdings enorm. Helle, nicht blendende Beleuchtung ist gerade bei verringerter Sehkraft von Vorteil. Nachtlampen und Bewegungssensoren als Lichtschalter im Flur können dementen Menschen Orientierung bieten.

 

  1. Badezimmer: Bodengleiche Duschen ermöglichen weniger beweglichen Menschen in Kombination mit einer Sitzgelegenheit unter der Dusche eine selbstständigere Körperhygiene. Den Einstieg in die Badewanne erleichtern eine Wannentür oder ein Wannenlift. Besonders die eigene Hygiene ist vielen Menschen auch im Alter besonders wichtig. Daher ist ein barrierefreies Bad für viele ältere Menschen ein absolutes Luxuserlebnis.

 

  1. Küche: Auszüge und Apothekerschränke erleichtern den Zugang zu Vorräten. Ein Hochbackofen schont den Rücken, gleiches gilt für die Spülmaschine. Für Rollstuhlfahrer sollten Arbeitsflächen und Kochstelle unterfahrbar und höhenverstellbar sein. Am besten beachtet man dies bereits bei der frühen Küchenplanung, denn viele neue, moderne Küchen haben diese Elemente bereits enthalten. Auch hier trifft Moderne auf Altengerecht.

Prioritäten setzen

Wenn die Immobilie bereits gekauft und seit einer längeren Zeit bewohnt wird, ist so ein Umbau in eine barrierefreie Wohnung mit viel Zeit, Kosten und Dreck verbunden. Sinnvoll ist es da natürlich erst einmal zu priorisieren: Was wird am ehesten benötigt? Worauf kann man verzichten? Was ist im Haus bereits vorhanden? Wenn man diese Aufstellung hat und auch schon Angebote eingeholt hat, gilt es, sich über die Finanzierung Gedanken zu machen. Hier gibt es eine gute Nachricht: Vater Staat zahlt mit. Die KfW bezuschusst den altersgerechten Umbau durch Förderprogramme und zinsgünstige Darlehen – das muss aber zwingend vor Beginn der Baumaßnahme in eine barrierefreie Wohnung beantragt werden. Auch einige Bundesländer halten Fördertöpfe bereit. Wer bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung erhält, hat Anspruch auf bis zu 4.000 Euro zur Verbesserung seines Wohnumfelds oder für technische Hilfsmittel.

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