Analog & Digital Bauen & Wohnen

Alarmanlagen sorgen für Sicherheit im Haus

Blick hinter die Fassade: Einbrecher erkunden Ziele vom Sofa aus

Viele Geschäfte, Restaurants und Unternehmen werben im Internet mit 360-Grad-Innenansichten um Kunden und vergessen dabei die Sicherheit ihres Geschäfts indem sie Alarmanlagen und Türschlösser im Detail zeigen. Inzwischen nutzt auch eine wachsende Zahl von Privatleuten die neue Technologie – zum Beispiel um die frisch renovierte Wohnung oder das schöne Haus ins rechte Licht zu rücken und den Freunden und Bekannten zu zeigen. Doch das eröffnet nicht nur Kunden und Freunden interessante Einblicke. Auch Kriminelle können damit ihr Zielobjekt gemütlich vom Wohnzimmersessel aus erkunden, oft sogar in allen Einzelheiten ausspähen und sich so gezielt auf einen Einbruch vorbereiten.

Jeder vierte fürchtet sich vor einem Einbruch

statistik

Wohnungseinbrüche sind gerade bei Abwesenheit ein Gesprächsthema

Diese Offenheit ist erstaunlich, denn eigentlich fürchtet sich jeder vierte Deutsche vor Einbruch oder Diebstahl, hat eine repräsentative R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen“ ergeben. Viele Haus- oder Wohnungsbesitzer schützen sich vor Einbrüchen allerdings mit Alarmanlagen und besonders einbruchssicheren Schlössern. Bei einem virtuellen Rundgang im Eigenheim können sich Einbrecher aber schon vorab einen guten Überblick über die Sicherheitslage verschaffen.

Der virtuelle Rundgang durchs Eigenheim

Eine Indoor-Panorama-Ansicht zu erstellen und im Internet zu platzieren ist für Privatleute
und Geschäftsinhaber inzwischen ohne viel Aufwand möglich. Doch Fans solcher 360-Grad-Darstellungen sollten im Auge behalten, welche Informationen sie preisgeben. Nahaufnahmen von Alarmanlagen, Türschlössern und Bewegungsmeldern gehören nicht in einen virtuellen Rundgang.

Dasselbe gilt für Eingänge, Fenster und sonstige Sicherungsmaßnahmen. Vorsicht ist zudem beim Kameraschwenk auf besonders hochwertige Waren oder Wertgegenstände geboten: Einbrecher sollten nicht im Detail sehen können, wo die Bewohner so etwas lagern oder ausstellen.

Es ist bei veröffentlichten Daten im Internet also Vorsicht geboten. Ansonsten haben Sie bald unangekündigten Besuch.

Moderne Alarmsysteme können bequem vom Tablet oder Smartphone gesteuert werden.

Moderne Alarmsysteme können bequem vom Tablet oder Smartphone gesteuert werden.

Nachrüsten einer Alarmanlage

Gerade bei Häusern empfiehlt sich zum besonderen Schutz eine nachträglich eingebaute Alarmanlage – sollte diese noch nicht vorhanden sein. Alarmanlagen sind meistens, in günstigen Varianten schon ab ca. 130€ zu haben – nach oben hin sind die Grenzen offen. Die meisten bekannten Anbieter bewegen sich für den Privatgebrauch aber zwischen 500-800 €uro. Die günstigen bieten natürlich nicht ganz so einen guten Rundum Schutz wie die gut ausgestatteten „Vollvarianten“, sind aber eine gute Alternative, um sich vor Einbrechern geschützt zu fühlen. Die hochwertigen Geräte sind inzwischen sogar über eine App mit dem Smartphone verbunden, so dass Sie jederzeit darauf zugreifen können. Welche Alarmanlage man benötigt, richtet sich nach allerhand Gesichtspunkten. Bevor Sie sich für eine Alarmanlage entscheiden, sollten Sie für sich die folgenden Fragen beantworten: (Quelle: http://www.kriminalberatung.de/alarmanlagen/):

  1. Habe ich eine Auflage meiner Versicherung?
  2. Wo liegt mein Objekt und wie wird es genutzt?
  3. Welches Gewerbe betreibe ich in dem Objekt?
  4. Kann ich eine Alarmanlage organisatorisch gut verwalten?
  5. Muss ich eine Kombination mit Video- oder Brandüberwachung haben?
  6. Welche Überwachungsart brauche ich: Raumüberwachung, Außenhautüberwachung oder   Kombi-Lösung?
  7. Bin ich aufgrund meiner Berufsausübung gefährdet und war ich schon mal Opfer?

Vor der Auswahl sollten Sie ebenfalls prüfen, ob das Gerät nach DIN EN 45011 geprüft ist und in die VdS Klassen A, B oder C eingestuft ist.

Klasse A: Schutz für Wohnobjekte und Personen

Klasse B: Gewerbeobjekte, öffentl. Gebäude und Wohngebäude mit erhöhter Gefährdung

Klasse C: wie Klasse B jedoch mit sehr hoher Gefährdung.

Funkbetriebene Alarmsysteme gibt es zwischenzeitlich bis einschließlich VdS-Klasse B.

Lassen Sie sich im Fachgeschäft von einem Fachmann genau beraten, damit Sie die Anlage erhalten, die zu Ihren Bedürfnissen passt. Auch den Einbau sollten Sie unbedingt von einem Fachmann durchführen lassen. Nur er kann garantieren, dass die Anlage nach der Installation und Tests fehlerfrei betrieben werden kann – denn der Alarm sollte in der Regel fehlerfrei zur Leitstelle übermittelt werden. Informieren Sie sich vor einem Kauf aber immer, über die aktuelle Technik, die derzeit die besten Ergebnisse aufweist. Über ein ausführliches Angebot, welches individuell auf Ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist, sollten Sie die „Spreu vom Weizen“ unter den Anbietern erkennen. (Hier auch wieder der Hinweis auf die VdS Klassen). Sollten die genannten Merkmale bei einem Gerät nicht vorhanden sein, lassen Sie lieber die Finger davon. Eine nicht zuverlässig arbeitende Alarmanlage ist kontraproduktiv und kann Leben und Gesundheit gefährden.

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